Die "Ökumenische Arbeitsgruppe 'Neue religiöse Bewegungen in der Schweiz'" wurde 1983 durch die katholische Schweizerische Bischofskonferenz und den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund gegründet. Die AGNRB steht für das Streben der beiden Landeskirchen, ihre Auseinandersetzung mit sogenannten "Neuen religiösen Bewegungen" (NRB) zu koordinieren. Auf evangelischer Seite gab es seit Beginn der 1960er Jahre die Evangelische Orientierungsstelle von Pfarrer Oswald Eggenberger in Zürich, auf katholischer Seite seit 1979 unter Leitung von Pfarrer Joachim Müller die Katholische Arbeitsgruppe "Jugendreligionen in der Schweiz".
Die Ökum. AGNRB unterhält in der Schweiz rund 26 Beratungsstellen, die auf envangelischer Seite den einzelnen Ortskirchen und auf katholischer Seite meist bestehenden Beratungsstellen (Jugendseelsorge, Jugend- und Familienberatungsstellen) angeschlossen sind und teilamtlich geführt werden. Adresslisten dieser regionalen Beratungsstellen finden Sie hier:
http://www.kath.ch/infosekten/
Unterstützt wird dieses Netzwerk durch die katholische Dokumentationsstelle "Neue religiöse Bewegungen" am Religionswissenschaftlichen Institut der Universität Freiburg i.Ue. und eine "Katechetische Medienstelle" im Kloster Maria Hilf in Altstätten SG, die Material für den Religionsunterricht verleiht. Dieses Angebot wird vom ZOOM FILM- UND VIDEOVERLEIH ergänzt, für dessen Verleihprogramm die Beauftragten des Evangelischen und des Katholischen Mediendienstes verantwortlich sind. Die Abwicklung des Verleihvertriebs hat sei Januar 1999 die Head-Film AG in Zürich übernommen: http://www.headfilm.ch
Die Arbeit der AGNRB wurde bis 1997 durch den katholischen Pfarrer Joachim Müller (Ko-Präsident) und die beiden reformierten Pfarrer Georg Schmid (Ko-Präsident) und Joachim Finger koordiniert. Ihre Hauptaufgabe sieht die Ökum. AGNRB darin, " 'die durch die ausserkirchlichen Bewegungen aufgeworfenen Fragen von Grund auf zu studieren' (Statut), Informationen an die Seelsorger, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Beratungsstellen und eine interessierte Öffentlichkeit weiterzugeben und entsprechende Tagungen zu veranstalten." (in: 20 Jahre Katholische Arbeitsgruppe "Neue religiöse Bewegungen in der Schweiz". Entwicklungen von 1979 bis 1999). Der in dieser Aufgabenstellung nicht überwundene apologetische Ansatz der AGNRB führte 1996/97 zu einer Entflechtung und Neuorganisation nach dem Grundsatz "ökumenisch, soweit möglich - konfessionell, soweit notwendig" (ebd.). Seither konzentriert sich die weiterbestehende Ökumenische AGNRB vor allem auf den Informationsaustausch und die Aus- und Weiterbildung der Beraterinnen und Berater, während die inhaltliche Arbeit wieder durch eine Katholische und eine Evangelische AGNRB geführt werden. 1998/99 führte Pfarrer Georg Schmid das Präsidium der Ökum. AGNRB, 2000/01 übernimmt Pfarrer Joachim Müller.
(August 1999. Philipp Flammer)