Download Porträt infoSekta: infoSekta-Faltblatt.pdf

 

10 Jahre Engagement - das Porträt von infoSekta

Sekten sind ein soziales Problem. Ihre Ursachen und Auswirkungen sind vielschichtig und komplex. Das Sektenphänomen muss vor dem Hintergrund einer sich schnell wandelnden Gesellschaft verstanden werden, deren Dynamik immer schwieriger zu durchschauen ist. Manchen Menschen kommt dies entgegen; sie scheinen sich in dieser Situation wohl zu fühlen und davon zu profitieren. Andere wirken eher desorientiert und hilflos.

Ihnen versprechen Sekten und spirituelle Lehrer Hilfe. Deren Art zu helfen schafft häufig neue Probleme, von der Einschränkung der Meinungsfreiheit über seelische Abhängigkeit bis hin zur kriminellen Ausbeutung.

Das Sektenphänomen erschöpft sich nicht in organisierten Gruppen und ihren Methoden. Sektiererische Prozesse können jederzeit und überall dort in Gang kommen, wo Menschen nach absoluten Wahrheiten streben, einfache Antworten auf komplexe Fragen suchen oder andere Menschen für ihre Mission benutzen.

infoSekta beobachtet und untersucht diese Prozesse. Sie informiert über sektenartige Gruppen, denkt über die Hintergründe des Sektenphänomens nach und reflektiert ihre eigene Tätigkeit in der Gesellschaft.

infoSekta

  • berät Einzelpersonen und Institutionen und unterstützt sie bei der Lösung ihrer gruppenbezogenen Probleme
  • bietet Entscheidungshilfen und Informationen und vermittelt an andere Fachstellen
  • sensibilisiert Öffentlichkeit und Politik für das Sektenproblem
  • entwickelt Projekte für Ausbildung und Prävention
  • führt eine Dokumentationsstelle, publiziert Beiträge und unterhält eine Website: www.infosekta.ch
  • organisiert Veranstaltungen und Vorträge zum Thema

infoSekta möchte eine Diskussion in Gang halten, in der Theorien, Wahrheitsansprüche und Handlungen von Personen und Organisationen sachlich bewertet werden können.

Wer mit einer Organisation konfrontiert ist, die mit Manipulation und Täuschung arbeitet, oder in gruppendynamische Prozesse verwickelt wird, welche in Abhängigkeiten führen, kann sich bei infoSekta informieren und beraten lassen.

infoSekta ist

parteipolitisch und konfessionell unabhängig

und versteht sich als Konsumentenschutzorganisation. In dieser besonderen Ausrichtung ist infoSekta die einzige Sektenberatungsstelle in der Schweiz. infoSekta wurde im Frühjahr 1990 unter Federführung des Sozialamtes der Stadt Zürich als privater Verein gegründet. Der Verein besteht aus Fachleuten mit Kompetenzen in Recht, Psychologie, Soziologie, Suchtforschung, Sozial- und Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Religionswissenschaft und Medien, Psychiatrie und Medizin. Seit September 1991 führt der Verein eine Informations- und Beratungsstelle für Sekten- und Kultfragen in Zürich (bis zum aktuellen Datum: 100%-Stelle, zwei Angestellte).

In den zehn Jahren Beratungstätigkeit von infoSekta konnten mehr als 10'000 Anfragen bearbeitet werden. infoSekta strebt eine sachliche und differenzierte Behandlung der nachgefragten Gruppen und Methoden an und orientiert sich in ihrer Beurteilung an Kriterien wie: Führungs- und Organisationsstruktur (Hierarchie, internationale Holding-Strukturen etc.), Kommunikationsstil nach aussen (Werbemethoden, Propaganda, Transparenz etc.) und nach innen (Informationsmanagement, Isolation und Abschottung, Kritikverbot), Welt- und Selbstverständnis der Gruppe (Schwarz-Weiss-Muster, Endzeitdenken etc.), kultivierte Erwartungsmuster der Gruppen, Methoden der Anwerbung neuer Mitglieder sowie Methoden der Mobilisierung und der Vereinnahmung der Mitglieder (Tarnung, Manipulation, Gruppendruck, bewusstseinsverändernde Methoden etc.).

Ein wachsender und treuer Gönnerkreis

stärkt die Unabhängigkeit von infoSekta. Trotz regelmässiger Beiträge vom Sozialdepartement der Stadt Zürich und der Bildungsdirektion des Kantons Zürich sowie zahlreicher juristischer Körperschaften wie Migros-Kulturprozent und anderen sind treue Gönnerinnen und Gönner die wichtigste Unterstützung von infoSekta geblieben. Zum Gönnerkreis gehören Privatpersonen, die in einem Jahr wenigstens Fr. 100.-, und juristische Körperschaften wie Firmen, Vereine, Organisationen, politische und Kirchgemeinden, die in einem Jahr wenigstens Fr. 250.- einbezahlt haben. Sie erhalten eine Dokumentation ihrer Wahl auf Anfrage gratis sowie weitere aktuelle Informationen von infoSekta.

Brief: infoSekta, Birmensdorferstr. 421, 8055 Zürich

Fax: 044- 454 80 82

Tel.: 044- 454 80 80 (Dienstag, 17.00 - 19.00 Uhr, Donnerstag, 9.00 - 11.00 Uhr)

Internet: http://www.infosekta.ch

Postkonto: 80-49735-1

© Juni 2002. Verein infoSekta, Zürich.


Der Vorstand

Präsidenten

  • Dieter Sträuli, Psychologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Zürich, Dr. phil.
  • Seraphina Zurbriggen, Psychologin, lic. phil., wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich

Vorstandsmitglieder

  • Edith Lier, Journalistin und Kommunikationsfachfrau
  • Esther Lenzin, Psychotherapeutin
  • Samuel Schürer, Sozialarbeiter, individualpsychologischer Berater SGIPA
  • Jürg Treichler, Erwachsenenbildner, Suchtfachmann

 

Die Geschäftsleitung

Die beiden Mitarbeitenden führen die Informations- und Beratungsstelle im Rahmen einer gemeinsamen 100%- Stelle und werden bei ihrer Arbeit ehrenamtlich von den übrigen Vorstandsmitglieder unterstützt.

 

Freie Mitarbeitende

 

Aus den Statuten

(Statuten vom 21.3.1990, rev. 15.3.2001)

§ 1: Unter dem Namen "infoSekta, Verein Informations- und Beratungsstelle für Sekten- und Kultfragen" besteht in Zürich ein parteipolitisch und konfessionell unabhängiger Verein im Sinne von Art. 60ff ZGB.

§ 2: Der Verein führt eine Informations- und Beratungsstelle, die in der Region Zürich folgende Aufgaben wahrnimmt:

  1. Informieren und Beraten von Personen, die sich aus der Abhängigkeit von Sekten, destruktiven Kulten und totalitären Gruppen lösen wollen bzw. vor dem Eintritt in eine solche Organisation stehen sowie deren Angehörige (Orientierungshilfe); Dienstleistungen im Sinne der ersten Hilfe.
  2. Vermittlung von Kontakten zu fachkompetenten Stellen, die in den Bereichen Medizin, Psychologie, Theologie, Jurisprudenz und soziale Hilfe Ratsuchenden umfassende Unterstützung zu leisten vermögen.
  3. Koordination und Informationsaustausch unter diesen Stellen, Fördern der Zusammenarbeit, gezielte Beratung von BeraterInnen.
  4. Aufklärung und Präventivarbeit in der Öffentlichkeit, Sammeln zweckdienlicher Informationen, Pflege des Kontaktes zu offiziellen Stellen.
  5. Wahrnehmung der kollektiven Interessen der Betroffenen (gemäss lit. a) z.B. durch Führen von Verfahren mit präjudizieller Bedeutung oder Unterstützung von einzelnen Betroffenen in wichtigen Fällen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Vereins.

Unter Wahrung der Interessen (Selbstfindung) und des Persönlichkeitsschutzes der Ratsuchenden leistet die Informations- und Beratungsstelle ihre Arbeit frei von weltanschaulichen, religiösen, konfessionellen sowie politischen Ideen und Vorstellungen.

§ 3: Die Mitgliedschaft können interessierte natürliche und juristische Personen erwerben.

§ 4: Aufnahmegesuche sind an den Vorstand zu richten. Zur Aufnahme bedarf es der Zustimmung von zwei Drittel der Vorstandmitglieder.

§ 5: Mit der Aufnahme in den Verein unterstellt sich jedes Mitglied den Statuten und Reglementen. Es ist verpflichtet, die Interessen des Vereins zu fördern, dessen Bestreben zu unterstützen und alles zu vermeiden, was dessen Ansehen beeinträchtigen könnte. Die Mitgliederbeiträge werden in einem Reglement geregelt, welches von der Generalversammlung erlassen wird.

§ 7: Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung an den Vorstand auf das Ende des entsprechenden Kalenderjahres.

§ 9: Personen, welche den Verein "infoSekta" regelmässig unterstützen wollen, können Gönnerin oder Gönner werden, ohne die Mitgliedschaft des Vereins zu erwerben. Sie erhalten regelmässig Informationen über die Tätigkeit des Vereins.

§ 29: Jede persönliche Haftung der Mitglieder ist ausgeschlossen. Für die Verbindlichkeiten des Vereins haftet nur das Vereinsvermögen.

 


Zur Religionsfreiheit

infoSekta will informieren und aufklären. Eine Gruppen wird anhand ihres Selbstverständnisses und aufgrund von Beobachtungen Aussenstehender beschrieben. infoSekta bekämpft keinen "falschen" Glauben und verteidigt nicht einen "richtigen". Der Glaubensinhalt ist in der Regel nicht Gegenstand der Kritik.

Die Grenze des von der Religionsfreiheit geschützten Bereichs bestimmt die geltende Rechtsordnung, d.h. die von den Glaubensgemeinschaften selbst aufgestellten Grenzen sind für infoSekta nicht verbindlich.

Die Gesetze und die Rechte der Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen auch von diesen Gruppen beachtet werden. Wo dies nicht geschieht, ist Kritik erlaubt und notwendig. infoSekta kritisiert Methoden und Praktiken solcher Gruppen, wenn sie freiheitliche, demokratische und humanitäre Grundsätze verletzen oder rechtswidrig sind. Dort, wo die kritisierten Methoden und Praktiken gleichzeitig Teile des Glaubens bilden, wird sich infoSekta auch mit Glaubensinhalten beschäftigen müssen.

Zum Persönlichkeits- und Datenschutz

Ziel von infoSekta ist es, Transparenz zu solchen Gruppen und Organisationen herzustellen. Dementsprechend unterhält infoSekta eine themen- und organisationsbezogene Dokumentation, deren Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Es lässt sich nicht vermeiden, dass in Unterlagen Namen von Einzelpersonen enthalten sind. Die blosse Zugehörigkeit eines einzelnen zu einer Glaubensgemeinschaft bildet jedoch für infoSekta weder Sammelziel noch Auskunftsthema. Mit Einzelpersonen wird sich infoSekta nur ausnahmsweise beschäftigen, dann nämlich, wenn Gruppen getarnt auftreten oder die Handlungen von Einzelpersonen zum Nachweis von zivil- und strafrechtlichen Tatbeständen dargelegt werden müssen. Doch auch dies soll unter grösstmöglicher Schonung der Privatsphäre geschehen. Andererseits garantiert infoSekta den Ratsuchenden, ihre persönlichen Angaben geheimzuhalten oder nur mit ihrer Einwilligung zu verwenden.

Zur Beratungsarbeit von infoSekta

infoSekta befürwortet Beratungsgespräche im Sinne des Aufzeigens von Widersprüchen und als Gegeninformation. Diese Beratungsgespräche sollen ohne Druckausübung und freiwillig geschehen. Dabei tritt infoSekta auch offen unter ihrem Namen auf, eventuell in Zusammenarbeit mit Ex-Mitgliedern.

infoSekta sieht die Notwendigkeit, Ausstiegswilligen psychologische, medizinische, juristische, soziale und allgemein menschliche Hilfe anzubieten bzw. zu vermitteln. Entführungen und andere illegale Mittel stehen nicht zur Diskussion und werden strikte abgelehnt. Andererseits ist mit Entschiedenheit den Praktiken von totalitären und vereinnahmenden (religiösen) Gruppen entgegenzutreten, die ihre Anhängerinnen und Anhänger durch psychischen Druck von Ausseneinflüssen und dem Kontakt mit Angehörigen und Freunden isolieren.

Stichwort "Deprogramming":

Dieser Begriff wird von verschiedenen Seiten mit unterschiedlicher Bedeutung verwendet. Wenn unter "Deprogramming" gewaltsame Glaubensaustreibung und Entführung verstanden wird, dann distanziert sich infoSekta entschieden von "Deprogramming".